Eigenblut

Bereits im alten Ägypten wurde Eigenblut als Heilmittel erkannt und äußerlich bei Hauterkrankungen verwendet. Die Therapie mit Eigenblut zählt heute zu den klassischen alternativen Heilverfahren. Wegbereiter der Heilmethode sind unter anderem der Dermatologe Spiethoff oder der Chirurg August Bier, welcher mit Eigenblutinjektionen die Knochenheilung seiner Patienten im beginnenden 20. Jahrhundert förderte.

Durch die Zufuhr des körpereigenen Stoffes wird der Organismus zu einer verstärkten Abwehrreaktion angehalten. Das injizierte Blut führt an der Einstichstelle zu einer lokalen Entzündung, welche zu einem Anstieg der weißen Blutkörperchen führt und den Stoffwechsel beschleunigt. Seit Jahrzehnten hat sich die Eigenbluttherapie bewährt bei Hautkrankheiten, Allergien, Beschwerden des Bewegungsapparates, der Luftwege oder Viruserkrankungen.

Methoden der Eigenbluttherapie

Die häufigste Methode der Eigenbluttherapie ist die direkte Reinjektion. Das aus der Vene entnommene Blut wird unbehandelt und unverzüglich zurück in den Muskel gespitzt. Bei akuten Krankheiten werden täglich bis zu zehn Milliliter Blut entnommen. Die Therapie erstreckt sich über mehrere Tage. Bei Chronischen Krankheiten verspricht eine Reiztherapie Linderung. Hierfür werden in dreitägigen Abständen geringe Dosen Blut entnommen und wieder verabreicht. Um den Reiz auf den Organismus zu erhöhen, werden dem Eigenblut Stoffe wie Mistelextrakt oder Echinacea zugegeben

Behandlung mit potenziertem Eigenblut

Bei Kindern oder besonders sensiblen Patienten hat es sich bewährt, potenziertes Eigenblut zu verwenden. Hierfür wird ein Tropfen Blut aus der Armbeuge oder Fingerkuppe entnommen und nach Regeln der Homöopathie verdünnt. Der Patient nimmt das verdünnte Eigenblut zu sich.

Formen der Eigenbluttherapie

Bei der Sauerstoff- oder Ozontherapie wird das Eigenblut mit Ozon oder Sauerstoff angereichert und zurück in den Gesäßmuskel gespritzt. Besonders alte Menschen, bei denen die Sauerstoffversorgung des Gewebes abnimmt, sprechen sehr gut auf diese Form der Eigenbluttherapie an.

Wann bietet sich eine Behandlung mit Eigenblut nicht an?

Bei Störungen der Blutgerinnung oder während einer Kortisonbehandlung ist von einer Behandlung mit Eigenblut abzusehen, da es zu Blutungen und Infektionen kommen kann.